„Für mich ist es wichtig, Verbindlichkeiten zu schaffen.“

Thomas Sackmann (45)
3. Münsteraner Gruppe (Start: 21.02.2008)

Aktualisierung 12/2010: "Alles für die Frau"
  Als Grundschüler hatte Thomas Sackmann (45) so wenig auf den Rippen, dass sein Hausarzt eine Gewichtszunahme verordnete und den schmächtigen Jungen sogar zu einer mehrwöchigen Kur schickte. „Damals konnte ich in Ecken kriechen, in die sonst keiner hinein gekommen wäre“, erinnert sich der kaufmännische Angestellte aus Münster. „Ich durfte essen so viel ich wollte und vor allem was ich wollte. Neun Scheiben Brot zum Abendessen waren gar Nichts für mich.“ Das ist lange her … Zwar plagten Thomas Sackmann noch bis Mitte Dreißig keine ernsthaften Gewichtsprobleme, nachdem er jedoch das Rauchen aufgegeben hatte, ging es mit den Pfunden bis zum Höchstgewicht von 122 Kilogramm (Körpergröße: 181 cm) im Jahr 2006 steil nach oben.
  Zu diesem Zeitpunkt fing Thomas Sackmann – nach über zwanzigjähriger Pause – wieder mit dem Sporttreiben an: „Ich ging regelmäßig mit einem Kollegen zum Krafttraining ins Studio. Tatsächlich nahm ich daraufhin ein bisschen ab, bei etwa 105 Kilo stagnierte allerdings mein Gewicht.“ Schließlich war auch der Arbeitskollege immer häufiger verhindert, was Thomas Sackmanns Motivation nicht gerade förderte. „Alleine konnte ich mich einfach nicht aufraffen. Deshalb kam ich irgendwann zur Einsicht: Diese Form des Trainings passte nicht zu mir …“
So begann er systematisch im Internet nach professionellen Abnehmangeboten zu recherchieren – ‚magische Kohlsuppe’ und so manch anderen Modediätversuch hatte er da bereits erfolglos hinter sich gelassen – und stieß bei seiner Suche unweigerlich auch auf M.O.B.I.L.I.S. „Hier überzeugten mich der Ansatz mit kompetenten Experten aus vier Fachbereichen und vor allem die Schlagworte ‚Lebensstiländerung in Selbstverantwortung’“, begründet Thomas Sackmann seine wohl überlegte Entscheidung für das interdisziplinäre Programm . Ende September bewarb er sich für die 3. Münsteraner M.O.B.I.L.I.S.-Gruppe, musste sich bis zum tatsächlichen Start aber noch ein paar Monate in Geduld üben.

Thomas Sackmann vor seiner ‚aktiven’ Zeit. (Foto: Privat)

  Als es dann am 12. Februar 2008 endlich losging, nahm Thomas Sackmann seine Teilnahme sehr ernst. Nur im größten Ausnahmefall, wenn es beruflich oder privat einmal gar nicht anders ging, versäumte er eine Gruppensitzung beziehungsweise Bewegungseinheit. „Die vorgegebenen Termine waren ziemlich wichtig für mich“, bemerkt er rückblickend. „Durch die feste Struktur fiel es mir leichter, an meinen Gewohnheiten zu arbeiten und langsam in ein neues Fahrwasser zu kommen.“
  Parallel zum Programm begann er mit seiner Nachbarin dreimal pro Woche Walken zu gehen und das bei M.O.B.I.L.I.S. Erlernte somit Zuhause konsequent fortzuführen. Obwohl sie fast 20 Jahre älter ist, marschierte seine Bekannte in den ersten Wochen immer voraus. Allmählich aber wurde Thomas Sackmann schneller und fing nach etwa drei Monaten an, die gemeinsame Gehstrecke – zunächst einmal wöchentlich – zu laufen. Auf diese Weise entdeckte er seine Sportart: „In meiner Jugend habe ich viel Leichtathletik gemacht. Zu dieser Zeit fand ich Laufen so interessant wie Synchronschwimmen, nämlich gar nicht. Ich hätte mir nie vorstellen können, irgendwann einmal am Laufen Spaß zu haben – aber genau das ist passiert.
 

„Mein erster längerer Lauf seit 30 Jahren!“ Thomas Sackmann beim 3. Staffellauf in Münster, 14.09.2008 (Foto: ©First Foto Factory GmbH).

Ja, Laufen ist heute einfach mein Ding. Ich brauche nichts und niemanden dazu, es passt zu mir!“ Hoch motiviert nahm Thomas Sackmann am 14. September 2008 denn auch am ‚3. Staffellauf Münster’ teil: „Mein erster längerer Lauf seit 30 Jahren!“ Und spätestens da hatte ihn endgültig die Leidenschaft gepackt. „Ich habe mir anschließend fest vorgenommen, einmal im Monat einen vergleichbaren Wettbewerb mitzumachen. Für mich ist es wichtig, Verbindlichkeiten zu schaffen. Deshalb melde ich mich immer frühzeitig zu einem Lauf an, für den ich im Vorfeld natürlich ordentlich trainieren muss. So bin ich jetzt schon über ein Jahr lang in Bewegung geblieben.“
  Thomas Sackmann bezeichnet diese Verbindlichkeiten auch als seine „M.O.B.I.L.I.S.-Pläne“. Jene Strategien zur Übertragung sowie Festigung neuer Gewohnheiten in den Alltag hatte er im Rahmen der psychologischen Gruppensitzungen kennengelernt, und seither wendet er sie äußerst gewissenhaft an. „Meine Bewegungspläne sind passend, praktikabel, präzise und wirksam“, zitiert Thomas Sackmann aus dem Programm. „Und deshalb funktioniert das Ganze bei mir auch. Für die Monate Januar und Februar habe ich übrigens schon die ‚Hammer Winterlaufserie’ im Fokus.“
  Sein festes Trainingspensum sieht aktuell wie folgt aus: Montags besucht Thomas Sackmann einen angeleiteten Laufkurs, dienstags beteiligt er sich am Lauftreff seiner Firma und donnerstags läuft er für sich alleine. Thomas Sackmann ist dabei jeweils abends für ein bis zwei Stunden unterwegs. Darüber hinaus fährt Thomas Sackmann grundsätzlich mit dem Fahrrad zur Arbeit, 13 Kilometer am Tag bei jeder Witterung: „In den vergangenen zwölf Monaten habe ich kein einziges Mal den Bus genommen.“ Das Auto ist ohnehin keine Alternative für den aktiven Münsteraner, besitzt er doch keinen Führerschein. Am Wochenende macht Thomas Sackmann schließlich ‚Trainingsfrei’ und widmet sich ganz seiner neunjährigen Tochter sowie seiner Ehefrau.
Während sich Thomas Sackmann für das Sporttreiben überhaupt nicht (mehr) zu disziplinieren braucht, fällt ihm das richtige Maßhalten beim Essen manchmal noch schwer: „Abends haue ich gelegentlich richtig rein“, verrät er. Dabei hat er jedoch, anders als früher, kein schlechtes Gewissen mehr. Denn Thomas Sackmann weiß, dass er ein Zuviel an Nahrung durch Mehraktivität – sein Laufen! – problemlos ausgleichen kann. „Das ist meine persönliche Freiheit. Durch den Sport bleibe ich im Gleichgewicht.“
  Dennoch achtet Thomas Sackmann bewusst auf seine Ernährung und hat sein Essverhalten auch nachhaltig verändern können: Zum Frühstück gibt es Müsli mit sehr viel frischem Obst, mittags einen großen gemischten Salat und zum Abendessen meist Fleisch mit einer ordentlichen Portion Gemüse sowie Rohkost. Für Thomas Sackmann bedeutet Essen Lebensfreude; durch die M.O.B.I.L.I.S.-Empfehlungen fühlt er sich in keiner Weise eingeschränkt, sondern genießt weiterhin.
Sein neuer Lebensstil macht sich auch gesundheitlich für Thomas Sackmann bezahlt: Vor M.O.B.I.L.I.S. hatte er deutlich erhöhte Leber- und Cholesterinwerte, weshalb ihn vor drei Jahren keine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit schützen wollte. Zwischenzeitlich ist alles im Normbereich – ganz ohne Medikamente! Und auch mit seinem Body Mass Index liegt Thomas Sackmann bei 29 kg/m² nicht mehr im roten Adipositasbereich. „Ich habe gut 22 Kilo abgenommen und halte mein Gewicht bei etwa 96 Kilo jetzt schon seit Monaten. Damit fühle ich mich sehr wohl – dreistellig werde ich ganz bestimmt nicht mehr!“
 

Thomas Sackmann hält sein Gewicht: 96 kg am 17.02.2010, zwei Jahre nach M.O.B.I.L.I.S.-Start (Foto: Privat).

Thomas Sackmanns Geschichte könnte an dieser Stelle enden, schließlich scheint er alles erreicht zu haben … Seine Geschichte aber geht weiter, ja gipfelt in einer echten Sensation. Am 18. August 2009 erreichte die Freiburger M.O.B.I.L.I.S.-Zentrale folgende Überraschungsmail: „Ich sehe für mich die Teilnahme an M.O.B.I.L.I.S. als mehrfache Erfolgsgeschichte. Zum einen weil ich dauerhaft viel Gewicht verloren habe. Zum anderen weil ich durch M.O.B.I.L.I.S. in Bewegung gekommen bin und M.O.B.I.L.I.S. mich Dinge tun lässt, von denen ich vor eineinhalb Jahren nicht zu träumen gewagt hätte: Heute habe ich mich zu meinem ersten Marathon angemeldet!“
  Und tatsächlich lief Thomas Sackmann am 13. September 2009 nach 4 Stunden, 18 Minuten und 12 Sekunden vor Glück strahlend über die Ziellinie des ‚8. Volksbank-Münster-Marathons’. Wie aber war er zu dieser sportlichen Höchstleistung gekommen?
Ursprünglich hatte Thomas Sackmann gar nicht vorgehabt, den Marathon mitzulaufen. Als verpflichtenden Montagstermin hatte er jedoch nach offizieller Beendigung des M.O.B.I.L.I.S.-Programms einen Marathonvorbereitungskurs gewählt, „weil ich schon ein paar Teilnehmer daraus kannte und mich das gemeinsame Trainieren sehr reizte“, berichtet er. „Zu diesem Zeitpunkt traute ich mir allerdings noch keinen ganzen Marathon zu.“
  Letztlich liefen der Kurs und ein Testlauf über 34 Kilometer aber so gut, dass er sich – zusätzlich animiert von seiner Laufpartnerin – zur Teilnahme entschied. Thomas Sackmann fühlte sich großartig: „Von diesem Moment an, hatte ich immer den Zieleinlauf vor Augen. Allein im Vorfeld daran zu denken, erfüllte mich tiefer Freude!“
Als der 13. September 2009 endlich kam, erlebte ihn der Münsteraner als seinen persönlichen Festtag. „Die ersten Kilometer nach dem Start bin ich immer wieder in die Luft gesprungen – ich hätte weinen können, so glücklich war ich …“ Auf der halben Wegstrecke hatten sich seine Ehefrau und Tochter eingefunden, um ihn anzufeuern. „Die beiden sind dann noch ein Stückchen mitgelaufen – das war wirklich schön“, schwärmt der Familienvater. „Es lief alles perfekt, bis Kilometer 35 ...“ Dort verspürte er plötzlich ein leichtes Zwacken in der linken Wade und befürchtete schon, es könne sich zu einem Krampf ausweiten. Das Zwacken aber ließ bald wieder nach, und Thomas Sackmann war bereit für den Schlussspurt.

Thomas Sackmann beim 9. Volksbank-Münster-Marathon am 13.09.2009 (Foto: ©First Foto Factory GmbH).

  Während er voller Begeisterung über den 13. September 2009 spricht, erlebt Thomas Sackmann den Marathon und die damit verbundenen Emotionen noch einmal. Unzweifelhaft ein Höhepunkt in seinem Leben! Auf die abschließende Frage, ob er durch den Marathon an seine körperliche Grenze gekommen sei, antwortet er nach kurzer Pause: „Nein, ehrlich gesagt, habe ich sie nicht gespürt. Klar, ein bisschen erschöpft war ich am Ende schon, mehr aber nicht. Ich hatte mich auf meinen Lauf eben bestens vorbereitet!
  Nachtrag: Thomas Sackmanns Laufkalender steht im Wesentlichen für das Jahr 2010: „Highlight wird der ‚Berlin-Marathon’ sein, der am 26. September startet. „Diesmal möchte ich den Marathon unter 4 Stunden laufen. Da mein Thema ja ‚Verbindlichkeiten schaffen’ ist, bin ich für diesen Marathon selbstverständlich schon jetzt angemeldet.“


M.O.B.I.L.I.S. dankt „First Foto Factory GmbH“ für die freundliche Überlassung der Aufnahmen vom ‚3. Staffelmarathon Münster’ und vom ‚9. Volksbank-Münster-Marathon’. Weitere Bilder – auch vom ‚9. Volksbank-Münster-Marathon’ am 13.09.2009 – unter: www.firstfotofactory.com (Startnummer Thomas Sackmann: 2931)

  Telefonisches Interview vom 29.09.2009 (ab)
Veröffentlichung auf Homepage: 23.02.2010
Alles für die Frau Ausgabe Nr. 49 Thomas Sackmann in "Alles Für die Frau" (Ausgabe: Nr. 49, 03.12.2010)

Thomas Sackmann geht es auch rund zwei Jahre nach Abschluss seiner M.O.B.I.L.I.S.-Gruppe richtig gut. Die Illustrierte "Alles für die Frau" porträtierte den 45-Jährigen am 03.12.2010 und titelte:

"26 Kilo weg. 'Bewegungspunkte sammeln – das hat mir geholfen.' "
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