2. Welchen Einfluss haben Alter, Geschlecht und Hormone auf mein Gewicht?


Alter, Geschlecht und Hormone haben Einfluss auf unsere Körperzusammensetzung und Stoffwechselrate. Damit wirken sie sich auch auf unsere Gewichtssituation aus. Männer besitzen im Allgemeinen mehr Muskelmasse als Frauen. Die stoffwechselaktiven Muskelzellen verbrennen im Gegensatz zu den Energiespeichernden Fettzellen mehr Kalorien. Durch den höheren Anteil an Muskelsubstanz haben Männer auch einen höheren Grund- beziehungsweise Ruheumsatz als Frauen. Aus Stoffwechselsicht verfügen Frauen dagegen ganz einfach über die Anlage, Fett schnell und effizient zu speichern. Frauen brauchen mehr Fett als Männer, um fruchtbar zu bleiben und Kinder gebären zu können.

Im Gegensatz zum Mann ist die Frau hormonellen Schwankungen unterworfen (Pubertät, Menstruation, Schwangerschaft und Menopause), die eine Gewichtszunahme mit verursachen können. Das weibliche Hormon Östrogen führt nämlich nicht selten zu einer zusätzlichen Wasseransammlung im Gewebe. Vor der Menstruation ist die Wassereinlagerung am größten. Außerdem ist der Appetit zu diesem Zeitpunkt häufig besonders ausgeprägt; gleichzeitig tritt ein starkes Verlangen nach Süßem auf. Vor allem aber besitzt Östrogen eine – wie Biochemiker es ausdrücken – lipidanabole Wirkung und führt damit zur typisch weiblichen Fettspeicherung und -verteilung. Und zwar genau an den Stellen, die Betroffene selbstkritisch als ihre "Problemzonen" bezeichnen: Gesäß, Hüfte und Oberschenkel. Bei vergleichsweise schmalen Schultern wird die typische Figur übergewichtiger Frauen in diesem Zusammenhang als "birnenförmig" beschrieben. Die physiologische Zweckbestimmung dieser Fettenergiespeicher bedingt, dass eine Frau zuerst an Hüften und Oberschenkeln zunimmt und dort auch zuletzt wieder abnimmt. Östrogen regt gezielt die so genannten lipogenen (fettbildenden) Enzyme im Unterkörper an. Starten Frauen eine Diät, so wird Fett zuerst am Oberkörper abgebaut, weil es dort vom Körper weniger hartnäckig verteidigt wird. Nahezu jede Frau kennt die leidvolle Feststellung: "Ich nehme immer da ab, wo ich es eigentlich gar nicht will". Zusätzliche Schuld tragen Blitz- und Crash-Diäten, die an die Figurformende Muskulatur gehen beziehungsweise Eiweiß abbauen.

Die Fettzellen einer Frau sind größer und enthalten mehr Fettspeichernde Enzyme als männliche Fettzellen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. In diesem Zusammenhang sorgt das männliche Hormon Testosteron für ein rasches Freisetzen von Fett und fördert den Muskelansatz. Wenn ein Mann zunimmt, vergrößert sich in der Regel sein Taillenumfang – sprich: er bekommt einen Bauch. Die typisch männliche Fettansammlung wird als "apfelförmig" bezeichnet. Im Gegensatz zur weiblichen Fettspeicherung in Wohlstandszeiten hat der männliche Bauch jedoch keine Funktion und ist völlig überflüssig. Aufgrund ihrer Fettverteilung haben übergewichtige Männer letztlich sogar ein viel höheres Herzinfarktrisiko als übergewichtige Frauen. Das ändert sich allerdings nach der Menopause, wenn Frauen auch in der "Körpermitte" zulegen. Als gesundes Maß gelten bei der Frau bis zu 88 Zentimeter und beim Mann bis zu 102 Zentimeter Bauchumfang.

Mit zunehmenden Lebensjahren und geringerer körperlicher Aktivität ändert sich auch unsere Körperzusammensetzung: Unsere Muskelmasse nimmt ab und unser Körperfettanteil steigt. Daraus folgt: Gerade im Altersabschnitt zwischen Vierzig und Fünfzig ist der Erhalt bzw. Aufbau stoffwechselaktiver und Körperformender Muskulatur mindestens ebenso wichtig wie eine Ernährungsumstellung. Nur so können wir den altersbedingten Stoffwechselveränderungen unseres Körpers effektiv vorbeugen.


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