19. Worauf müssen Diabetiker besonders achten, wenn Sie – nicht zuletzt – durch eine Veränderung Ihres Aktivitätsverhaltens abnehmen möchten?


Falls Sie Insulin spritzen oder Tabletten einnehmen müssen (Sulfonylharnstoffe oder Glinide), besteht die Gefahr, dass Sie während eines ausgedehnten körperlichen Trainings in eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) geraten. Damit Sport – in diesem Sinne – keine negativen Folge für Sie hat, müssen Sie die Wirkung ihrer Medikamente möglichst genau einschätzen lernen. Denn auf die richtige Dosierung kommt es an.

Allgemeine Empfehlungen zur Vorbereitung Ihrer körperlichen Aktivität sind jedoch schwierig, da Trainingszustand, Ausgangsblutzuckerwert, geplante Belastungsdauer und -intensität sowie Zeitpunkt und Art Ihrer Therapie eine entscheidende Rolle spielen. Dennoch gibt es eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen und Faustregeln, die Sie als Diabetiker kennen und anwenden sollten:
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker zur eigenen Sicherheit vor und nach jedem körperlichen Training.

  • Beginnen Sie Ihre körperliche Aktivität grundsätzlich mit einem etwas höheren Blutzucker: 140-160 mg/dl. Starten Sie Ihr Training niemals mit einem zu niedrigen Blutzucker. Heben Sie einen zu niedrigen Blutzuckerwert gegebenenfalls an.

  • Im Tagesverlauf ändert sich die Insulinempfindlichkeit. So benötigen Sie beispielsweise zum Frühstück meist mehr Insulin als zum Abendessen. Beachten Sie also auch den möglichen Einfluss der Trainingszeit.

  • Um eine Unterzuckerung zu vermeiden, sollten Sie als untrainierter Diabetiker Ihre Insulin- beziehungsweise Tablettendosis vor dem körperlichen Training um etwa die Hälfte reduzieren.

  • Damit Sie genau dosieren können, sollten Sie wissen, ab wann und wie lange Ihr Insulin wirkt beziehungsweise Ihre blutzuckersenkenden Tabletten wirken.

  • Ohne "Sport-BE" (sehr schnelle BE!) sollten Sie als Diabetiker, nirgendwohin gehen oder laufen. Beispiele für "Sport-BE": Cola, Limonade, Traubenzucker.


Insulinpflichtige Diabetiker tun sich übrigens schwer mit dem Abnehmen. Weil Ihre Bauspeicheldrüse nicht ausreichend oder kein Insulin produziert, müssen sie es spritzen. Die benötigte Insulinmenge behindert den Fettabbau und begünstigt Übergewicht. Sollten Sie einen insulinpflichtigen Diabetes haben, brauchen Sie daher sehr viel Geduld, wenn Sie eine Reduktion Ihres Körpergewichts anstreben.

Die gute Nachricht: Eine Lebensstiländerung nach dem Motto: "Mehr bewegen. Gesünder essen.", verbessert Ihr Krankheitsbild in jedem Fall. Denn mit körperlicher Aktivität erhöhen Sie die Insulin-Empfindlichkeit Ihrer Körperzellen. Folglich senken Sie auch Ihren Insulinbedarf. Und damit gewinnen Sie eindeutig an Lebensqualität, selbst wenn sich Ihr Erfolg zunächst nicht auf der Waage zeigen sollte.


Zurück zu: Was Sie schon immer zum Thema Abnehmen wissen wollten

Startseite