41. Statt Verboten empfiehlt man heute eine flexible Kontrolle beim Essen. Was bedeutet das eigentlich?


Sicher kennen Sie das verhängnisvolle Gedankenkarussell von Verboten und schlechtem Gewissen: das "Rosa-Nilpferd-mit-grünen-Punkten-Problem". Noch nie davon gehört? Dann schließen Sie jetzt bitte Ihre Augen, und stellen Sie sich kein entsprechendes Phantasietier vor ... Haben Sie gerade ein rosa Nilpferd mit grünen Punkten vor Ihrem geistigen Auge vorüberziehen sehen? Genau dasselbe passiert, wenn Sie bei einer Schlankheitsdiät nicht an Schokolade, Pommes frites und Sahnetorten denken dürfen: Die verbotenen Lebensmittel kreisen beständig in Ihren Gedanken. Und am Ende werden Sie gerade zu Schokolade, Pommes frites und Sahnetorten greifen. Aus diesem Grund sollte man Verbote beim Essen verbieten. Denn nur mit einem genussvollen, abwechslungsreichen Speiseplan kann eine langfristige Änderung des Ernährungsverhaltens gelingen!

Anstatt der ständigen "Du-darfst-nicht-Stimme" und dem Befolgen von Verbotslisten ist es sehr viel sinnvoller, wenn Sie eine positive Einstellung gegenüber Essen und Lebensmitteln entwickeln – ganz nach dem Motto: "Das darf ich gerne und mit Genuss essen." Dabei geht es natürlich nicht um haltlose Völlerei, sondern um bewusstes Genießen: essen, was Ihnen wirklich schmeckt, ohne das ewige schlechte Gewissen. Denn wenn Sie Spaß am Essen haben, so haben Sie auch Spaß am Leben. Und das ist gesund! Genuss und Gesundheit bilden die neue Einheit und bedeuten längst keine unvereinbaren Gegensätze mehr. Zügeln Sie sich nicht ständig! So finden Sie viel eher Ihr persönlich richtiges Maß beim Essen und Trinken heraus. Im Vergleich zu all denjenigen, die aufgrund von Frust über den selbst auferlegten strengen Verzicht schließlich doch über die Stränge schlagen und im Extremfall sogar gefährliche Essstörungen – insbesondere Bulimie – entwickeln.

Verzichten Sie also auf strenge Kontrollmaßnahmen. Hierzu zählen: starre Diätpläne, stures Kalorienzählen, Essen nach dem "Alles-oder-nichts-Prinzip", Verbot und Verzicht bestimmter angeblich dickmachender Lebensmittel, das Ausfallenlassen einzelner Mahlzeiten und so fort. Setzen Sie dagegen auf flexible Kontrollen beim Essen. Flexible Kontrollen berücksichtigen die Esssituation und Essbedürfnisse, ermöglichen einen individuellen Ausgleich von unterschiedlichem Essverhalten an einzelnen Tagen und werden nicht so sehr als zeitlich begrenzte Diätanwendung verstanden. Wenn Sie aus irgendeinem Grund (Einladung, Feier, Schlemmermenü im Lieblingsrestaurant) einmal mehr essen sollten, können Sie dies bei den nächsten Mahlzeiten oder durch entsprechende Vorbereitung sowie mehr Bewegung ohne Mühe wieder ausgleichen. Flexible Kontrollen sind also abgestufte Maßnahmen mit dem Ziel, "gute" Essgewohnheiten auszubilden. Lieblingslebensmittel werden bewusst eingeteilt und ohne schlechtes Gewissen genossen.


Zurück zu: Was Sie schon immer zum Thema Abnehmen wissen wollten

Startseite