44. Was ist dran an Schlankheitsmitteln und können sie mir helfen?


Das Angebot an Schlankheitsmitteln ist fast noch unübersichtlicher als das der Diäten: Es gibt Quellstoffpräparate, die über die Magensättigung helfen, den Hunger zu zügeln, so genannte Fettbinder, die die Kalorienaufnahme aus dem Nahrungsfett vermindern und chemische Appetitzügler, die über den Stoffwechsel in die Hunger-Sättigungsregulation eingreifen. Letztere zählen zu den verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, über deren Einsatz nur der Arzt entscheiden darf ebenso wie über Schilddrüsenhormone im Fall eines tatsächlich nachgewiesenen Mangels oder über Hemmstoffe der Fettverdauung, die dazu führen, dass ein Teil der Nahrungsfette vom Körper nicht verwertet werden kann. Zu Beginn einer Gewichtsreduktion können solchen Mitteln unterstützende Effekte im Sinne einer "Motivationshilfe" zukommen, wenn Sie diese unter ärztlicher Aufsicht einnehmen. Auf längere Sicht werden Sie jedoch nur erfolgreich sein, wenn Sie Ihre bisherigen Ernährungsgewohnheiten ändern und zugleich körperlich aktiver werden.

Äußerst fragwürdig ist der Einsatz von Entwässerungs- und Abführmitteln zum Abnehmen sowie von Enzymen und Mitteln, die die Fettverdauung angeblich anregen. Hier wird mit dem Wort "Fettabbau" ganz bewusst Verwirrung gestiftet, denn Fettverdauung ist nicht gleich Fettverbrennung: Bitterstoffe (zum Beispiel aus Artischocken) fördern über die Gallensäuren die Fettverdauung. Durch diesen Vorgang wird jedoch erst die Nutzung von Nahrungsfett als Energieträger ermöglicht. Nur wenn das Fett nicht verdaut würde, könnte es auch nicht ansetzen. Das gilt auch für Enzyme (zum Beispiel aus Ananas): Sie sind nämlich die eigentlichen Werkzeuge der Verdauung und sorgen dafür, dass größere Nährstoffkomplexe so aufbereitet werden, dass sie für den Stoffwechsel verwertbar werden.

Tatsächlich verbrannt werden die energieliefernden Nährstoffe dagegen in den Kraftwerken unserer Zellen: Der Muskel und nicht der Darm – beziehungsweise dort vorhandene Enzyme – ist unser wirksamster Fettverbrenner! Kein Nährstoff kann im Verdauungstrakt so weit abgebaut werden, dass Null Kalorien übrig bleiben. Und wenn Sie nicht auf Ihrer Beweglichkeit sitzen bleiben, benötigen Sie übrigens auch keine Abführmittel. Trinken Sie reichlich energiearme Flüssigkeiten anstelle von alkoholischen Getränken und Limonaden. Dann brauchen Sie ebenfalls keine geheimnisvollen asiatischen Schlankheitstees, die ohnehin eher dadurch wirken, dass sie die gewohnten kalorienreichen Getränke ersetzen.

Fazit: Appetitzügler, Fettbinder & Co. bringen fast nur Gefahren und Nachteile. Lassen Sie also besser die Finger davon!


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